NEWSID: 945
Datum: 02.07.2024 - 10:24 Uhr | Nordrhein-Westfalen

6 Verletzte bei Chemieunfall in Bottrop

Sechs Mitarbeiter atmeten Dämpfe ein und wurden medizinisch versorgt - Feierwehr berät sich mit lokalem Chemieunternehmen zur Lüftung der Werkshalle - Großaufgebot an Rettungskräften


Sechs Mitarbeiter atmeten Dämpfe ein und wurden medizinisch versorgt - Feierwehr berät sich mit lokalem Chemieunternehmen zur Lüftung der Werkshalle - Großaufgebot an Rettungskräften:

Datum: 02.07.2024 - 10:24 Uhr
Ort: Bottrop / Nordrhein-Westfalen

In einem Betrieb in Bottrop kam es am Montagabend zu einem Zwischenfall mit einem 200-Liter-Fass ätzender Flüssigkeit, Dichlorphenyl Phosphin. Ein Gabelstaplerfahrer reagierte gedankenlos und konnte das Gefahrgut schnell in einen sicheren Bereich transportieren, wodurch eine größere Gefahr verhindert wurde.

Trotzdem atmeten sechs Mitarbeiter die freigesetzten Dämpfe ein und wurden umgehend medizinisch versorgt und in umliegende Krankenhäuser verbracht.

Die Feuerwehr belüftete die Werkshalle, um die giftigen Dämpfe ohne weitere Gefahren aus dem Gebäude entfernen konnte.

Pressemitteilung:
Feuerwehr Bottrop

FW-BOT: Gefahrstoffunfall in Bottrop-Ebel, sechs Verletzte ins Krankenhaus transportiert 
 
Bottrop (ots) 

Um 22:17 Uhr wurde die Feuerwehr Bottrop zu einem Gefahrstoffunfall an der Straße Am Rhein-Herne-Kanal in Bottrop-Ebel gerufen. In einer Spedition hatte ein Gabelstaplerfahrer beim Abladen eines Lkw ein 200-Liter-Fass mit dem Gefahrstoff Phenylphosphordichlorid beschädigt, der daraufhin aus dem Fass austrat. Es handelt sich hierbei um eine ätzende, sehr unangenehm riechende Flüssigkeit. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte hatten alle Personen die betroffene Speditionshalle bereits verlassen. Das beschädigte Fass war vom Gabelstaplerfahrer in einem sicheren Bereich abgestellt worden. Sechs Mitarbeiter hatten die austretenden Dämpfe eingeatmet. Sie wurden umgehend vom Rettungsdienst behandelt. Zur besseren Organisation der Versorgung wurde der sogenannte "Massenanfall von Verletzten" festgestellt. Einsatzkräfte der Rettungsdienste aus Essen und Oberhausen unterstützten den Bottroper Rettungsdienst. Alle sechs Mitarbeiter wurden nach der ersten Behandlung vorsorglich in umliegende Krankenhäuser transportiert.

Parallel wurde die Bergung des beschädigten Fasses und die Aufnahme des ausgelaufenen Gefahrstoffs vorbereitet. Hierzu wurden auch Spezialisten aus der chemischen Industrie zurate gezogen. Das beschädigte Fass wurde von einem Trupp unter Atemschutz in einen entsprechenden Behälter verpackt. Die ausgelaufene Flüssigkeit in der Halle wurde von zwei Trupps in Chemikalienschutzanzügen mit einem speziellen Chemikalienbindemittel abgestreut und aufgenommen. Das Bindemittel wurde während des Einsatzes von der Werkfeuerwehr des Chemieparks Marl nach Bottrop gebracht. Anschließend wurde die Speditionshalle gelüftet. Gegen 04:00 Uhr konnten die letzten Einsatzkräfte die Einsatzstelle verlassen.

Die Feuerwehr Bottrop war mit ca. 50 Einsatzkräften an der Einsatzstelle. Neben der Berufsfeuerwehr waren die Freiwilligen Feuerwehren Alstadt, Boy, Fuhlenbrock und Vonderort vor Ort. Die Freiwillige Feuerwehren Eigen und Kirchhellen standen während des Einsatzes für weitere Einsätze in Bereitschaft.

Quelle:https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/115891/5813919

© tv7news.de / Marc Gruber
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