Familiendrama in Montabaur: Polizei findet drei Leichen, darunter ein Kind in einem Haus
Großeinsatz in Montabaur - Spezialkräfte der Polizei im Einsatz - drei Leichen, darunter ein Kind entdeckt - Tatmotiv unklar - mutmaßlicher Täter schwer verletzt, schoss sich selbst in den Kopf
Datum: 25.01.2024 - 17:16 Uhr
Ort: Montabaur / Rheinland-Pfalz
Die Polizei befindet sich seit dem heutigen Morgen in einem Großeinsatz im rheinland-pfälzischen Montabaur. In einem Haus sollen drei Leichen entdeckt worden sein, darunter ein Kind. Der mutmaßliche Täter soll sich in einem psychischen Ausnahmezustand befunden haben. Vor dem Zugriff soll die Polizei stundenlang verhandelt haben. Gegen Mittag soll es einen Zugriff seitens der Polizei gegeben haben. Der mutmaßliche Täter soll sich gegen Mittag vermutlich in suizidaler Absicht in den Kopf geschossen haben.
Für Anwohner und Schüler soll in Montabaur eine Anlaufstelle vor einem Supermarkt errichtet worden sein. Weitere Details wurden von den Behörden noch nicht bekannt gegeben. Die Ermittlungen dauern an.
Pressemitteilung:
POL-PPKO: Aktuell größerer Polizeieinsatz in Montabaur
Koblenz (ots)
Am heutigen Donnerstag, 25. Januar 2024 wurde die Polizei Montabaur in den frühen Morgenstunden über eine Person in einem psychischen Ausnahmezustand in einem Wohngebiet in Montabaur informiert, von der eine Gefahr für sich und anderen ausgehen würde. Um mögliche Gefahren für umliegende Anwohner,Passanten und Mitarbeiter der dortigen Gewerbebetriebe auszuschließen, wurde das Gebiet abgesperrt und die vorgenannten Personen aus dem Gefahrenbereich evakuiert. Eine Gefahr für Unbeteiligte kann zum derzeitigen Stand ausgeschlossen werden. Momentan befinden sich zahlreiche Einsatzkräfte im Bereich Elgendorfer Straße. Für Medienvertreter wurde eine Anlaufstelle an der Einmündung Weserstraße/ Ruhrstraße im Bereich der dortigen Tennishalle eingerichtet.
Update: Polizeipräsidium Koblenz
POL-PPKO: Einsatzlage Montabaur - Update
Koblenz (ots)
Die Einsatzlage in Montabaur ist nach wie vor statisch, die Polizei versucht derzeit durch Gespräche mit dem Verantwortlichen eine Lösung herbeizuführen. Für Anwohner und Schüler wurde eine Auffangstelle im Bereich des REWE- Markts an der Ecke Neissestraße/Warthestraße eingerichtet.
Für Medienvertreter stehen nach wie vor Ansprechpartner der Pressestelle der Polizei Koblenz zur Verfügung. (JU)
Update: Polizeipräsidium Koblenz
POL-PPKO: Nachtrag zum Großeinsatz in Montabaur - Pressemeldung der Staatsanwaltschaft Koblenz zum Ermittlungsverfahren wegen mehrfachen Tötungsdelikts
25.01.2024 – 16:19
Montabaur (ots)
Unter Berücksichtigung der bisherigen Berichterstattung veröffentlichen wir nachfolgend die Pressemeldung der StA Koblenz:
Ermittlungsverfahren wegen mehrfachen Tötungsdelikts am 25.01.2024 in Montabaur - 2070 Js 5351/24
Am Morgen des 25.01.2024 wurden in Montabaur drei Menschen vorsätzlich getötet.
Die Staatsanwaltschaft Koblenz führt ein Ermittlungsverfahren gegen einen 37-jährigen deutschen Staatsangehörigen wegen des dringenden Verdachts des Totschlags in drei Fällen.
Dem Beschuldigten wird zur Last gelegt, am frühen Morgen des 25.01.2024 in Montabaur seinen Vater, einen 68 Jahre alt gewordenen deutschen Staatsangehörigen, sowie dessen 39 Jahre alt gewordene Ehefrau und deren 3-jährigen gemeinsamen Sohn getötet zu haben. Hintergrund der Tat dürften nach bisherigem Kenntnisstand familiäre Streitigkeiten gewesen sein. Täter und Opfer wohnten im selben Anwesen.
Der Beschuldigte hatte nach derzeitigen Erkenntnissen kurz nach der Tat gegenüber seiner Lebensgefährtin telefonisch mitgeteilt, drei Menschen getötet zu haben. Diese alarmierte daraufhin die Polizei. Nach Eintreffen der Polizeikräfte verschanzte sich der bewaffnete Beschuldigte zunächst am Tatort. Die Polizei sperrte daraufhin das gesamte Wohngebiet großräumig ab, um eine Gefahr für Leib oder Leben Dritter auszuschließen. Nach mehrstündigen Verhandlungen mit der Polizei schoss sich der Beschuldigte gegen Mittag in mutmaßlich suizidaler Absicht in den Kopf und wurde schwerverletzt in ein Krankenhaus gebracht. Dort wurde zwischenzeitlich der Hirntod des Beschuldigten festgestellt.
Leitender Oberstaatsanwalt Mannweiler:
"Die Ermittlungen zum genauen Ablauf des schrecklichen Geschehens, zum möglichen Tatmotiv und zu den genauen Hintergründen der Tat laufen weiter auf Hochtouren. Momentan steht die Spuren- und Beweissicherung am Tatort durch Beamte der Kriminaldirektion Koblenz im Vordergrund, um den Tatablauf möglichst genau rekonstruieren zu können. Anhaltspunkte dafür, dass weitere Personen an der Tat beteiligt waren, gibt es zurzeit nicht."
Die weiteren Ermittlungen werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen.
Rechtliche Hinweise:
Wegen Totschlags macht sich gemäß § 212 Strafgesetzbuch strafbar, wer vorsätzlich einen Menschen tötet, ohne Mörder zu sein. Der Tatbestand des Mordes (§ 211 StGB) erfordert weitere Tatbestandsvoraussetzungen, die im Laufe der weiteren Ermittlungen eingehend geprüft werden.
Ein Haftbefehl wird erlassen, wenn gegen einen Beschuldigten ein dringender Tatverdacht und ein Haftgrund bestehen. Der Haftbefehl dient allein der ordnungsgemäßen Durchführung des staatsanwaltschaftlichen und, sofern es zur Anklageerhebung kommt, des gerichtlichen Verfahrens. Der Erlass eines Haftbefehls bedeutet mithin nicht, dass gegen den Verhafteten bereits ein Tatnachweis geführt ist oder zu führen sein wird.
gez. Mannweiler, Leitender Oberstaatsanwalt
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