Schlag gegen illegalen Böllerverkauf:
Razzia unter anderem in Bad Bentheim - Insgesamt rund 200 Beamte aus den Niederlanden und Deutschland im Einsatz - Großeinsatz gegen Handel mit illegalem Feuerwerk - Grenzübergreifender Einsatz zur Zerschlagung krimineller Netzwerke - Durchsuchungen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen - Zwei Festnahmen in den Niederlanden - Bereits im Oktober elf Festnahmen in den Niederlanden
Weitere 25 Tonnen Feuerwerk mit Lastwagen eingetroffen - Beamte prüfen nun, was davon illegal ist oder nicht
Datum: 20.12.2022 - 00:00 Uhr
Ort: Bad Bentheim / Grafschaft Bentheim / Niedersachsen
Der niederländischen und deutschen Polizei gelang am Dienstag ein großer Schlag gegen den illegalen Böllerhandel. Unter anderem im niedersächsischen Bad Bentheim führten die Beamten Razzien durch. Insgesamt waren bei den Durchsuchungen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen rund 200 Beamte aus beiden Ländern im Einsatz. Ein grenzüberschreitender Einsatz zur Zerschlagung krimineller Netzwerke. Im Vorfeld gab es zwei Festnahmen in den Niederlanden. Nicht die ersten, denn im Zuge von Durchsuchungen im Oktober gab es damals bereits elf Festnahmen im Nachbarland.
Pressemitteilung:
POL-OS: Erneuter Schlag gegen den Handel mit hochexplosiven
Feuerwerkskörpern: 250 Tonnen Pyrotechnik bei Durchsuchungen in
Deutschland sichergestellt (FOTO)
Osnabrück/Bad Bentheim/Ahaus/Ochtrup/Papenburg/Kranenburg/Enschede/Den
Haag/Haaksbergen (ots) - Die niederländische Polizei hat in enger Zusammenarbeit
mit der Zentralen Kriminalinspektion Osnabrück und der Staatsanwaltschaft
Osnabrück erneut eine große Menge an Feuerwerkskörpern beschlagnahmt.
Rund 250 Tonnen Feuerwerkskörper wurden in einem Bunkerkomplex etwa 20 Kilometer
jenseits der Grenze bei Enschede gelagert. Die Feuerwerkskörper waren für den
illegalen Verkauf an Privatpersonen bestimmt. Zwei Tatverdächtige wurden
festgenommen.
Die Tatverdächtigen boten die Feuerwerkskörper auf ihrer Website zum Verkauf an,
woraufhin sie in Feuerwerksläden in Grenznähe in Deutschland abgeholt werden
konnten. Der Ladenbestand wurde beschlagnahmt.
Die Durchsuchungen bei den Tatverdächtigen fanden in Den Haag, Enschede und
Haaksbergen statt. In Deutschland wurde neben dem Bunkerkomplex in Ochtrup an
sieben weiteren Örtlichkeiten in Bad Bentheim, Ahaus, Papenburg sowie Kranenburg
durchsucht. Dazu gehörten Verkaufsstellen sowie Geschäftsadressen von Firmen der
Tatverdächtigen.
Bereits verkaufte Feuerwerkskörper werden von der Polizei so weit wie möglich
bei den Käufern sichergestellt.
Hintergrund
Die Polizei in Den Haag und die Staatsanwaltschaft haben die Ermittlungen vor
etwa einem Jahr aufgenommen, nachdem sie einen anonymen Hinweis mit
Informationen aus anderen Ermittlungskomplexen kombinierten. Bei den
Ermittlungen wurde mit der deutschen Polizei, der Justiz, der ILT, dem Zoll,
Europol und der ostniederländischen Einheit zusammengearbeitet, die alle
wertvolle Beiträge zu den Ermittlungen leisteten.
In den letzten Jahren hat sich die niederländische Polizei verstärkt um
internationale Zusammenarbeit und Ermittlungen bemüht, um den illegalen Handel
mit Feuerwerkskörpern an der Wurzel zu bekämpfen. Zu diesem Zweck wurde eine
spezielle Taskforce für Feuerwerkskörper eingerichtet. Gemeinsam mit
verschiedenen Diensten der Polizei, verbundenen Organisationen und
internationalen Partnern wurden bereits mehrere Erfolge erzielt. So wurde im
vergangenen November die bislang größte Menge an Feuerwerkskörpern beschlagnahmt
(350 Tonnen). Im vergangenen Monat wurde in den Niederlanden erstmals auch ein
Händlernetzwerk auf Telegram abgeschaltet.
Statements
Marco Ellermann, Sprecher der Polizeidirektion Osnabrück: "Erneut ist ein
empfindlicher Schlag im Kampf gegen den illegalen Handel mit Feuerwerkskörpern
und Pyrotechnik gelungen. Dank der intensiven grenzüberschreitenden
Zusammenarbeit kommen diese hochexplosiven Sprengstoffe nicht in den Umlauf und
damit nicht in falsche Hände."
Jack Sijm, Feuerwerksspezialist der Polizei: "Durch die internationale
Zusammenarbeit ist es uns erneut gelungen, dem illegalen Handel mit
Feuerwerkskörpern einen weiteren Schlag zu versetzen. Viele der gefundenen
Feuerwerkskörper sind für niederländische Verbraucher verboten, weil sie zu
gefährlich sind. Außerdem fanden wir Knallfeuerwerk der schwersten Kategorie
sowie Granaten. Granaten oder auch "Shells" genannt, sind massenexplosiv und
lebensgefährlich. Sie werden u.a. auch gegen Sicherheits- und Rettungskräfte
eingesetzt - Kriminelle nutzen sie für Sprengungen und Sprengstoffanschläge. Es
ist gut, dass wir diese Leute von den Straßen fernhalten".
Danielle van Ieperen, Staatsanwältin: "Der Verkauf von Feuerwerkskörpern
unterliegt strengen Regeln und ist nur an den letzten Tagen des Jahres erlaubt.
Die Verdächtigen versuchten die Vorschriften zu umgehen, indem sie eine
Registrierung im niederländischen Handelsregister beantragten und vorgaben mit
Berufsfeuerwerkern professionell zu handeln. Sie verkauften das ganze Jahr über
Feuerwerkskörper, die schwerer und gefährlicher waren als in den Niederlanden
und Deutschland erlaubt. Tatsächlich handelt es sich bei den Käufern nicht um
professionelle Feuerwerker, sondern z. B. um Haushalte und illegale Händler. Die
Verdächtigen stehen auch im Verdacht, ihre Einnahmen zu waschen".
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