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Datum: 11.07.2026 - 12:16 Uhr | Nordrhein-Westfalen

Seltener Nachwuchs in Gelsenkirchen: Kronenmaki-Zwillinge in der ZOOM Erlebniswelt geboren

Gutes Wetter und Babyaffen locken Besucher an – Tierpflegerteam beobachtet Jungtiere engmaschig - besonderer Zuchterfolg bei stark gefährdeter Primatenart - „Wir haben uns sehr darüber gefreut, weil Zwillinge so super selten sind.“ - kleine Kronenmakis erobern die Herzen der Besucher


Gutes Wetter und Babyaffen locken Besucher an – Tierpflegerteam beobachtet Jungtiere engmaschig - besonderer Zuchterfolg bei stark gefährdeter Primatenart - „Wir haben uns sehr darüber gefreut, weil Zwillinge so super selten sind.“ - kleine Kronenmakis erobern die Herzen der Besucher:

Datum: 11.07.2026 - 12:16 Uhr
Ort: ZOOM Erlebniswelt Gelsenkirchen / Metropolregion Rhein-Ruhr / Nordrhein-Westfalen

Sonniges Sommerwetter und seltener Nachwuchs locken derzeit zahlreiche Besucher in die ZOOM Erlebniswelt Gelsenkirchen. Im Mittelpunkt des Interesses stehen zwei erst wenige Tage alte Kronenmaki-Zwillinge, die bei vielen Gästen bereits für Begeisterung sorgen.

Bei den Kronenmakis in der Erlebniswelt Afrika hat das sechsjährige Weibchen Lilibet am Dienstag, 7. Juli 2026, Zwillinge zur Welt gebracht. Für den Zoo ist die Geburt ein besonderer Zuchterfolg, denn Zwillingsgeburten sind bei dieser bedrohten Primatenart außergewöhnlich selten.

Die beiden Jungtiere klammern sich in den ersten Lebenstagen eng an den Bauch ihrer Mutter. Lilibet kümmert sich fürsorglich um ihren Nachwuchs. Gleichzeitig bleibt das Tierpfleger- und Tierärzteteam aufmerksam, denn gerade die ersten Wochen gelten als besonders sensibel.

„Die Reaktion auf die Zwillinge war schon extrem groß“, sagt Tierpflegerin Denise Jessel. „Wir haben uns sehr darüber gefreut, weil Zwillinge so super selten sind.“ Normalerweise kommt bei Kronenmakis meist nur ein Jungtier zur Welt. Umso größer war die Überraschung im Team, als die Zwillinge entdeckt wurden. „Wir hatten damit gar nicht gerechnet“, berichtet Jessel. Lilibet habe die Jungtiere offenbar in der Nacht bekommen, als es im Zoo ruhig war.

Bei aller Freude bleibt das Team vorsichtig. Eines der beiden Jungtiere ist nach Angaben der Tierpflegerin kleiner als das andere. „Wir freuen uns, dass sie da sind, aber sind immer noch mit einer gewissen Vorsicht dabei, weil die ersten Tage noch schwierig werden könnten“, sagt Jessel. Besonders wichtig sei nun, dass beide Jungtiere ausreichend trinken, aktiv bleiben und weiter wachsen.

Erste positive Anzeichen gibt es bereits. Wenn die Kleinen bei der Mutter trinken, geben sie Geräusche von sich, bewegen sich und klettern leicht am Körper der Mutter. „Das ist immer für uns so: Okay, denen geht es gut“, erklärt Jessel. Auch Bewegungen des Schwanzes und leicht geöffnete Augen seien Hinweise darauf, dass die Jungtiere ihre Umgebung wahrnehmen.

Das Geschlecht der beiden Kronenmakis ist derzeit noch nicht bekannt. Namen haben die Jungtiere deshalb noch nicht. Bei Kronenmakis lässt sich das Geschlecht erst später anhand der Fellzeichnung sicher erkennen. Weibchen sind im Erwachsenenalter eher grau gefärbt, Männchen bräunlicher. Das Team will die Mutter und die Jungtiere zunächst nicht unnötig stören. Eine genauere Untersuchung ist erst möglich, wenn sich die Kleinen in einigen Monaten selbstständiger von der Mutter lösen.

Gemeinsam mit Vater Archie lebt die nun vierköpfige Familie im ELE Dschungelabenteuer in der Erlebniswelt Afrika. Besucherinnen und Besucher können die Jungtiere dort mit etwas Glück bereits beobachten. „Jungtiere sind sowieso immer ein Besuchermagnet“, sagt Jessel. Viele Stammbesucher hätten den Nachwuchs sofort entdeckt und nach dem Zustand der Tiere gefragt.

Auch bei Kindern kommen die Kronenmakis besonders gut an. Lemuren und Makis erinnern viele an bekannte Animationsfilme. „Da fragen natürlich viele Kinder nach. Die finden die ganz toll, suchen nach denen und sagen: Die kennen wir doch aus dem Fernsehen“, berichtet die Tierpflegerin.

Für die ZOOM Erlebniswelt ist die Geburt auch aus Artenschutzsicht bedeutend. Kronenmakis gehören zu den seltensten in europäischen Zoos gehaltenen Primaten. Nach Angaben der ZOOM Erlebniswelt leben europaweit nur rund 50 Tiere in zoologischen Einrichtungen, weltweit sind es etwa 161 Tiere. In mehr als 80 Prozent der Geburten kommt nur ein Jungtier zur Welt. Zwillinge sind deshalb eine große Ausnahme.

In freier Wildbahn leben Kronenmakis ausschließlich im Norden Madagaskars. Dort sind sie durch Lebensraumverlust, Bejagung und illegalen Heimtierhandel bedroht. Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) werden sie als „stark gefährdet“ eingestuft.

„Kronenmakis gibt es nur ganz wenig in der Haltung und sie sind stark gefährdet in der Natur“, sagt Jessel. Umso wichtiger seien erfolgreiche Nachzuchten. „Wir freuen uns natürlich, wenn wir etwas zum Arterhalt beitragen können.“

Die ersten Wochen bleiben für Lilibet und ihre Zwillinge nun entscheidend. Wenn beide Jungtiere weiter wachsen, aktiv bleiben und sich gut entwickeln, kann das Team vorsichtig optimistischer werden.

© tv7news.de / Marc Gruber
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