Nachhaltig gebaut, ultraschnell geladen: Neuer Ladepark im Münsterland eröffnet
Deutschland-Netz erreicht Ibbenbüren - 12 Schnellladepunkte gehen in Betrieb - Münsterland erweitert Infrastruktur für E-Mobilität - gute Lage nahe der A30 - Millionenprojekt für Elektromobilität in Ibbenbüren - Ladepark soll Reisende und Pendler versorgen
Datum: 18.06.2026 - 16:55 Uhr
Ort: Ibbenbüren / Kreis Steinfurt / Nordrhein-Westfalen
In Ibbenbüren wird am morgigen Nachmittag ein neuer Schnellladepark offiziell eröffnet. Der Standort befindet sich auf dem Gelände des Autohauses Bäumer und ist Teil des bundesweiten Deutschland-Netzes, mit dem die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland weiter ausgebaut werden soll.
Das vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr initiierte Projekt verfolgt das Ziel, zusätzliche Schnellladestandorte in ganz Deutschland zu schaffen und so das Laden von Elektrofahrzeugen einfacher und flächendeckender zu ermöglichen. Einer der ausgewählten Standorte befindet sich im Bereich Ibbenbüren-Süd.
Auf dem Gelände des Autohauses Bäumer entstand in den vergangenen Monaten ein neuer Ladepark mit insgesamt zwölf Schnellladepunkten. Jeder Ladepunkt verfügt über eine maximale Ladeleistung von bis zu 400 Kilowatt. Für die Energieversorgung wurden neue Stromleitungen verlegt und ein rund 50 Tonnen schwerer Transformator installiert. Nach Angaben der Betreiber wird der Standort ausschließlich mit Ökostrom betrieben.
Errichtet wurde der Ladepark durch EWE Go und HOCHTIEF. Besonderes Augenmerk lag dabei auf einer nachhaltigen Bauweise. Sowohl die Dachkonstruktion als auch die Fundamente wurden ressourcenschonend und emissionsarm hergestellt. Die Dachfundamente stammen vom niederländischen Familienunternehmen Bosch Beton, das als Vorreiter für nachhaltige Betonherstellung gilt. Die Dachkonstruktion wurde von der RSB Rudolstädter Systembau GmbH gefertigt.
Für die Produktion kamen nach Angaben der Unternehmen nachhaltige Verfahren zum Einsatz. Ein Teil des benötigten Stroms stammt aus firmeneigenen Solaranlagen, bei der Betonfertigung wird zudem Regenwasser aus betriebseigenen Auffangbecken genutzt. Die Betonmischung der Fundamente enthält rund 50 Prozent weniger Zement als herkömmliche Mischungen. Dadurch werden pro Kubikmeter etwa 100 Kilogramm CO₂-Äquivalent eingespart. Gleichzeitig soll die Konstruktion eine Lebensdauer von mindestens 50 bis 100 Jahren erreichen.
Auch bei den verwendeten Materialien wurde auf Nachhaltigkeit geachtet. Die Stützenkonstruktion besteht aus sogenanntem GreenSteel, der mit vergleichsweise CO₂-armen Verfahren hergestellt wird. Das verwendete Schichtholz gilt als besonders langlebig, speichert Kohlenstoff und kann vollständig wiederverwendet werden. Auf dem Dach des Ladeparks befinden sich zudem Photovoltaik-Module des deutschen Herstellers Sonnenstromfabrik aus Wismar, die ausschließlich in Deutschland produziert werden. Die vorgefertigten Fundamente wurden nach Herstellerangaben mit Elektro-Lkw zum Standort transportiert, wodurch zusätzliche CO₂-Emissionen eingespart werden konnten.
Zur offiziellen Inbetriebnahme wird am Donnerstag um 15 Uhr auch der Bürgermeister erwartet. Geplant ist, dass er mit einem Elektrofahrzeug vorfährt und symbolisch einen Ladevorgang startet.
Vor Ort besteht die Möglichkeit für Interviews mit Franz Bäumer, Inhaber des Autohauses Bäumer. Themen sind unter anderem die Entstehung des Projekts, die Zusammenarbeit mit den Projektpartnern sowie die Bedeutung des Ladeparks für die Region und die Elektromobilität.
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