Militärisches Amphibienfahrzeug der 60er-Jahre treibt manövrierunfähig bei Dreharbeiten auf dem Rhein – neun Personen an Bord
Kollision bei Dreharbeiten auf dem Rhein: Amphibienfahrzeug von „Steel Buddies“ havariert bei Bonn
Datum: 23.03.2025 - 23:25 Uhr
Ort: Bonn / Nordrhein-Westfalen
Am frühen Sonntagabend kam es auf dem Rhein im linksrheinischen Stadtgebiet von Bonn zu einem ungewöhnlichen Seenotfall. Ein Amphibienfahrzeug aus den 1960er Jahren – ehemals militärisch genutzt – geriet in eine akute Notlage. Das tonnenschwere Gefährt, das ursprünglich für Landungsoperationen der Bundeswehr gebaut wurde, war manövrierunfähig und trieb unkontrolliert stromabwärts. An Bord: neun Personen, darunter Mitglieder eines TV-Teams zur Kabel1 Serie „Steel Buddies“. Das Amphibienfahrzeug kollidierte im Verlauf der Havarie mit einem stillliegenden Fahrgastschiff. Die Wasserschutzpolizeiwache Bonn leitete daraufhin einen koordinierten Großeinsatz ein.
Die Wasserschutzpolizei übernahm sofort die Absicherung des Schifffahrtsverkehrs. Über den Schiffsfunk wurde Tal- und Bergfahrt vor der Gefahrenstelle gewarnt, um Sog und Wellenschlag zu vermeiden. Die Feuerwehr Bonn war mit einem Feuerlöschboot, einem Mehrzweckboot und rund 20 Einsatzkräften vor Ort. Die DLRG unterstützte mit zwei Rettungsbooten und mehreren Landteams vom Ufer aus.
Historisches Militärfahrzeug bei Dreharbeiten involviert – Besitzer aus dem Westerwald:
Bei dem havarierten Objekt handelt es sich um ein sogenanntes LARC-LX (Ler 15) – ein amphibisches Militärfahrzeug mittlerer Größe, das in den 1960er Jahren bei der Bundeswehr im Einsatz war. Eigentümer ist ein bekannter Händler für Militärtechnik aus dem Westerwald, der regelmäßig mit dem Fernsehsender Kabel1 zusammenarbeitet. Die Fahrt fand im Rahmen von Dreharbeiten für die Doku-Serie „Steel Buddies“ mit Michael Manousakis statt. Der Besitzer gilt als erfahren im Umgang mit historischen Militärfahrzeugen, weshalb die Ursachen für den Ausfall derzeit noch Gegenstand polizeilicher Ermittlungen sind.
Bergung durch Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt – Ermittlungen laufen
Da das Amphibienfahrzeug über 20 Tonnen wiegt, konnte es nicht durch die Einsatzboote der Feuerwehr oder Polizei geborgen werden. Das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Bonn wurde hinzugezogen und übernahm die Bergung mithilfe des Spezialschiffs „VSS Bonn“. Der weitere Verbleib des Fahrzeugs wird nun von der Bundesbehörde koordiniert. Die Wasserschutzpolizei hat Ermittlungen zur genauen Unfallursache eingeleitet. In den nächsten Tagen wird auch die Schiffssicherheitsstelle des WSA den technischen Zustand des Fahrzeugs untersuchen.
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